1965 geboren in Darmstadt.

Aufgewachsen in Groß-Umstadt im Vorderen Odenwald

Diplom-Bibliothekarin an den Universitäten in Darmstadt, Bayreuth und Bonn.

Lebt mit ihrer Familie in Reichenberg in der Nähe von Würzburg.

 

Seit 2006 Mitglied im Autorenkreis Würzburg,

von 2010 bis 2014 deren Sprecherin

Mitglied im Autorenforum Montségur

und bei DeLia - Vereinigung deutschsprachiger Liebesromanautoren und -Autorinnen.


 

2013 erschien ihr Debütroman „Ein Klick zu viel“

2013 erreichte sie den 2. Platz beim Kurzgeschichtenwettbewerb „Zeilen.Lauf“  in Baden bei Wien.

Seit 2015 wird sie von der Literaturagentur Hoffman in München vertreten

Am 11.10.2016 erschien ihr neuer Roman "Novemberschokolade" im Heyne-Verlag, der sieben Wochen lang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste stand und es bis Platz 34 schaffte.

Im April 2018 erscheint "Hortensiensommer", wiederum im Heyne-Verlag

 


Aus der Blogtour zur Novemberschokolade

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

lassen Sie sich von mir nach Würzburg entführen, einer kleinen großen Stadt mitten im fränkischen Weinland, einer Stadt, in der ich seit vielen Jahren wohne und mich sehr, sehr wohl fühle. Mich wundert es nicht, dass Hollywood ausgerechnet hier „Die Drei Musketiere“ mit Orlando Bloom, Christoph Waltz und Milla Jovovich filmte. Würzburg kann verdammt romantisch sein.

 

Vielleicht haben Siegerade ein Stück Schokolade neben sich liegen, gemeinsam mit einer schönen Tasse Kaffee, und möchten sich nach einem harten Tag ein wenig verwöhnen.

 

Doch halt! Bevor Sie die Schokolade essen, schnuppern Sie erst einmal daran. Lassen Sie den Geruch ganz lange in sich einströmen und spüren Sie, was er bewirkt. Wohlige Wärme? Ein Gefühl der Geborgenheit? Der Sicherheit? Riechen Sie erneut und überlegen Sie, wie Sie ihn beschreiben könnten. Vielleicht fällt es Ihnen schwer, doch probieren Sie es ruhig immer wieder. Schnuppern sie, wie das Papier riecht, in das die Schokolade eingepackt war. Oder der Kaffee. Der Kaffeelöffel. Riechen Sie mehr! Es wird ihr Leben bereichern.

 

Wir alle kennen das, wenn ein ganz spezieller Duft, sagen wir: der Geruch von Apfelkuchen uns an Gefühle, Menschen oder Situationen aus unserer Kindheit erinnert. Als wäre man wieder das Kind, für das die Oma den Kuchen backt. Ich sehe dann die grün-braune Kittelschürze vor mir, die meine Oma immer trug, die alte Küche mit den gehäkelten Topflappen und die Cord-Hausschuhe an ihren Füßen.

 

Doch warum ist das so? Woher stammt das wohlige Gefühl, das uns der Schokoladengeruch vermittelt? Meine Recherche führte mich zu Hanns Hatt und sein „Kleines Buch vom Riechen und Schmecken“. Die Lösung für das Wohlgefühl ist einfach - es ist die Vanille. Bereits Muttermilch schmeckt nach Vanille und so ist es kein Wunder, dass der Geruch große Geborgenheit vermittelt.  Doch warum sind Gerüche und Erinnerungen so eng verknüpft?

 

Die Rezeptoren unseres Geruchssinnes melden ihre Daten direkt ans Erinnerungsvermögen, ohne dass das analytische Großhirn dazwischen geschaltet ist. Geruch und Erinnerung sind ein perfektes Paar, um uns vor Gefahren zu schützen, vor Feuer zum Beispiel oder vor verdorbenem Fleisch.

 

Vom ersten bis zum letzten Atemzug riechen wir. Wir können die Augen schließen, aber das Riechen können wir nicht verhindern. Und wir haben keinen Einfluss auf die Erinnerungen, die uns unvermittelt überfluten können.

 

Interview

 

Wie entstand die Geschichte? (Gab es private Gründe oder wahre Begebenheiten?)

 Mich beschäftigte schon lange die Frage, warum eine Mutter ihr Kind verlässt. Als Kind lernte ich eine solche Familie kennen, in der nur Vater und Kind am Esstisch saßen. Ich stamme aus einem intakten Elternhaus und konnte mir nicht vorstellen, was da passiert sein könnte.

 

Als ich später Mutter wurde, stand ich auf der anderen Seite, war überlastet und froh, wenn ich mal ohne Kind war. Trotzdem konnte ich mir nicht eine Sekunde vorstellen, meine Kinder zu verlassen, und die Frage stand weiterhin unbeantwortet im Raum.

 

Ich recherchierte und plante einen Thriller, in dem ein junger Mensch Rache nimmt an demjenigen, der ihn am meisten in seinem Leben verletzt hat. Romanfiguren begleiten einen Autor ja eine ganz schön lange Zeit, sie werden zu Familienmitgliedern, deren Sorgen und Nöten man sich widmet, denen man aber auch manche Steine in den Weg legen muss, damit sie daran wachsen können. Sie entwickeln ein eigenes Leben. Und mit der Zeit stellte ich zwei Dinge fest: ich wollte keinen Folterer an meinem Esstisch sitzen haben, nicht Angst und Schrecken verbreiten.

 

Und das zweite war, dass auch meine Figur sich eigentlich nicht rächen wollte, sondern wiederhaben wollte, was sie verloren hatte. Ich haderte damit, wusste nicht, ob ich diese neue Idee annehmen sollte. Es war einer der Moment, den jeder Autor kennt: man trommelt mit den Fingern auf dem Tisch herum, kaut an den Nägeln und steht auf einmal in der Küche. Und dann: ein Stück Schokolade, innehalten, und erneut nachdenken. Und ich dachte: viel lieber würde ich über Schokolade schreiben.

 

Ich nahm den Grundkonflikt und machte etwas ganz Anderes daraus. Etwas, an dem ich Freude beim Schreiben hatte, auch wenn die Geschichte immer noch traurig war, wenn es immer noch um den größten Schrecken ging, der meiner Figur passieren konnte.  Meine Figur war froh, sie wollte sich eigentlich gar nicht rächen. Sie wurde zu Lea Winter, und es entstand die „Novemberschokolade“.

 

 Welche Vorbereitungen gab es rund um das Buch und die Pralinenherstellung?

 

 

Zwei Recherchetage werde ich nie vergessen. Zum einen machte ich mit zwei befreundeten Autorenkolleginnen einen Spaziergang durch München im November. Ich wusste noch nicht genau, in welchem Stadtviertel „Le Maître“ sein sollte oder wie es aussehen könnte, doch die beiden hatten genau die richtigen Ideen. Wir probierten uns durch die Chocolaterien rund um den Viktualienmarkt, sie zeigten mir das Gärtnerplatzviertel und meine Geschichte nahm immer mehr Form an, bis ich ganz oben auf dem Olympiaturm stand.

 

Zum anderen machten meine Tochter und ich bei einem Pralinenseminar von „Art of Chocolate“ mit. Vorher hatte ich mich noch nie im Herstellen von Pralinen oder Trüffeln versucht, und es wirkte alle so einfach. Doch die Realität in meiner Küche sah dann ganz anders aus. Mit jeder missglückten Praline wuchs meine Hochachtung vor der Kunst der Chocolatiers. Eine Ganache herzustellen finde ich als leidenschaftliche Köchin und Bäckerin nicht schwierig, aber alles rund ums Verzieren ist verdammt schwer.

 

Hast Du einige Rezepte selbst ausprobiert?

 

Ich liebe weihnachtliche Düfte und Gewürze, und so habe ich versucht, etwas in dieser Richtung selber zu machen – nun, die Ganache hat geschmeckt, aber sie wurde nie fest, um sie in Kugeln rollen zu können, wie im Rezept vorgesehen. Egal, am Schluss löffelten wir die Ganache aus dem Topf – sehr lecker!

 

In jüngster Zeit habe ich mich erneut an Trüffelfüllungen versucht – aber was es damit auf sich hat, möchte ich jetzt noch nicht verraten!

 

Gab es beim probieren Misserfolge oder lustige Geschichten?

 

Meine Notizen waren eine Zeitlang stets voller Schokoladenflecken … Ihr müsst euch vorstellen, dass monatelang auf meinem Schreibtisch die verführerischsten Bildbände zur Pralinenherstellung lagen. Und dazu noch Kostproben verschiedenster Schokoladen, Pralinen und Trüffel. Natürlich habe ich auch probiert, musste mich aber verdammt beherrschen, um sie möglichst lange aufzubewahren und mich vom Geruch inspirieren zu lassen. Bei den Gewürzen, wie Koriander, Piment oder Zimt gelang mir das wesentlich einfacher.

 

  Welches sind deine Lieblingspralinen bzw. Lieblingsschokolade?

 

Das ist eine schwere Frage. Eher könnte ich sagen, was ich nicht mag! Doch wenn ich jetzt aus einer übervollen Theke einer Chocolaterie etwas aussuchen dürfte, dann wäre es bestimmt etwas mit Nougat. Diesem zarten Schmelz kann ich einfach nicht widerstehen.


Ganache für Kürbistrüffel - das Rezept

 

Für die Blogtour stellte ich mich in die Küche und probierte Lea Winters Rezept der Kürbistrüffel aus

 

 

 

 

 

100 g Kürbis (ich hab‘ s mit Butternut ausprobiert)

1El brauner Zucker

1 Tl Zimt

Daumendickes Stück Ingwer

60 ml Sahne

100 g Vollmilchschokolade

100 g Zartbitterschokolade

30 g Butter

2 El Orangenlikör (z.Bsp. Cointreau)

 

Den Kürbis schälen und in Würfel schneiden. Diese mit dem Zucker mischen und in eine feuerfeste Form füllen. Im Ofen bei 200 Grad in 20 min karamellisieren lassen, der Kürbis muss weich werden.

Pürieren und abkühlen lassen .

Ingwer sehr fein hacken und mit dem Zimt zur Kürbismasse, erneut pürieren.

Sahne im Wasserbad warm werden lassen, Schokolade darin auflösen. Kürbismasse und Butter dazu und mit dem Handmixer etwas aufschlagen, damit die Masse fester wird. Als letztes den Orangenlikör hineinrühren.

 

Die Ganache kann wie jede andere auch als Füllung in Schokoladenhohlkugeln weiterverarbeitet werden. Möglich ist auch, sie in kleine Pralinenförmchen zu füllen und abzukühlen.

Empfohlen wird eine bittere Schokoladenhohlform und diese mit weißer Kuvertüre überziehen.

 

Die orangefarbenen Streifen entstehen, wenn man weiße Kuvertüre mit flüssiger, oranger Lebensmittelfarbe färbt. Alternativ geht natürlich auch eine orangefarbene Zuckerschrift.